Freitag, 1. Juli 2011

Antennentuner - Umbau eines einfachen CB-Funk-Matchers für den Amateurfunk-Kurzwelleneinsatz = DER SCHOTTENTUNER ;-)

Als ich vorgestern von einem auch mit dem bösen HF-Virus befallenen OM (DANKE nochmal) zwei CB Funk-Matchboxen zugesandt bekam,musste schnell wieder ein neues Bastelprojekt her,solange der Silberdraht für T-Match und L/C Tuner noch nicht da ist.

Die abgebildete Matchbox bot ein ausreichend großes Gehäuse um die nötige Zusatztechnik zu verstauen.
Die Drekos sind in Ihrer Dimension ausreichend groß, um 100Watt zu verkraften und haben eine Endkapazität von rund 360pF.
Der Tuner selbst soll aber eh nur Leistungen bis 10Watt vertragen,wodurch die Drekos dann ausreichend "Spielraum" bieten. 


Das angewendete Schaltungskonzept ist in diesem Fall ein PI-Match.


Nun konnte es ans Zerlegen des "Organspenders" gehen.
Genau genommen,waren dies die einzigst verbleibenden Teile,die neben den Knöpfen und PL-Buchsen weiter genutzt werden können.
Die hässliche Kunststofffolie auf der Front wurde entfernt,das Gehäuse von außen abgebeizt und neu lackiert.

Als Spule suchte ich nach einer etwas unkonventionellen und raumsparenden Lösung um diese leicht im Gehäuse unterbringen zu können.
Außerdem sollte der Lösungsansatz OHNE Ringkerne  oder aufwendige Luftspulen auskommen.
Weil ich noch Ferritstäbe vorrätig hatte,nahm ich einen solchen als Spulenträger.
Diese kann sich Jeder auf den meisten Wertstoffhöfen aus alten Radios ausbauen bzw.aus eigenen Schlachtgeräten,auf Trödelmärkten oder Teilebörsen für einen kleinen Obulus erwerben.

Den Stab bewickelte ich nun mit 20Windungen 1mm Kupferlackdraht, der für den angestrebten Einsatz vollkommen ausreichend ist.
Die späteren Abgriffe erfolgen unsymmetrisch.
Dabei werden die ersten Windungen in kleinen Abständen abgegriffen und die zum Ende der Spule die Abgriffabstände so vergrößert,dass die Anzahl der Schalterstellungen belegt wird.
Die gemessene Induktivität der Spule beträgt 31µH was vollkommen ausreichend ist.


Bevor ich den Ferritstab verbaue hab ich den 
Stufenschalter(12fach von Lorlin) im Gehäuse eingebaut.
Als Halterung für die Spule nutzte ich Kabelschellen aus Nylon und zur Befestigung am Gehäuse normale Abstandshalter aus Metall.


Nun konnte es an die neue Verdrahtung gehen.
Ich baute zuerst die neuen PL Buchsen(die alten gefielen mir einfach nicht) und fing an die beiden Drekos mit den PL Buchsen zu verbinden.

Die Front ist soweit auch schon fertig nachdem ich 
die Welle des Stufenschalters eingekürzt habe.


Und auf der Rückseite wurde im gleichen Zug in der vorhandenen Bohrung,die nur leicht geweitet werden musste,eine Erdungsbuchse eingebaut.
Im nächsten Arbeitsschritt ging es an die Arbeit,
die Induktorspule zu verdrahten.Hierzu nutzte ich auch Kupferlackdraht(1mm).





Jetzt kann es an das Werk gehen,
das Gehäuse zusammen zubauen.
Hier mal Bilder der fertig verdrahteten Gerätschaften.

 

Bei den sehr geringen Kosten(Material exkl.der Matchbox keine 5€),kann sich somit jeder Kurzwelleneinsteiger oder Sparfuchs einen einfachen kleinen Tuner bauen,der je nach Spulenträger bis zu 100Watt verkraftet.
Sicher ist das PI-Prinzip heute nicht mehr oft in Verwendung aber ist immer noch besser wie gar kein Antennentuner.
Und bei den dafür erforderlichen Kosten hat somit auch selbst der größte Sparfuchs schnell ein Anpassgerät für den Kurzwelleneinsatz zur Verfügung.


Fazit des Langzeittests:

Der Tuner funktioniert auf allen Bändern von 80-10m absolut zufriedenstellend.
Bei der Abstimmung regelte ich die Leistung meines kommerziellen TRX mit seinen maximal 110Watt Output auf 10-15Watt runter.
Die Abstimmung erfolgt auf die gängige Weise.
Erst wird mit dem Induktorschalter auf maximales Empfangssignal/Rauschen abgestimmt und danach wurde die TRX und Ant-Seite des Tuners mittels der Drekos auf minimalstes SWR und maximalen Output abgeglichen.
Danach kann der Tuner ohne jede Angst mit 100Watt belastet werden.
Wenn man betrachtet,daß der Bau keine 5€ gekostet hat,ein wirklich sehr zufriedenstellendes Ergebniss. 



Auf Grund der Nachfrage...;-)
Abschließend noch das passende Schaltbild

Kommentare:

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Anonym hat gesagt…

Habe mir vor ca.zwei Wochen von einem Trödelmarkt in der Nähe von Ludwigslust einen solchen Matcher gekauft,nachdem ich ihren Blog gelesen hatte.
Statt des Ferritstabes habe ich einen Ringkern genutzt und bewickelt.
Dieser muss bei mir eh nur 5Watt(FT817ND)verkraften.
Für die Box habe ich 6€ bezahlt.
Mit dem Kleinkrams von Reichelt warens nicht einmal 15€ Gesamtkosten)Danke für den schönen Beitrag.

BR from Michael,DM5...

Anonym hat gesagt…

positiv:
Sauber aufgebaut.
Sehr gute Idee.
DrehKos sind teuer.
Passendes Gehäuse auch.

Negativ:
Nur Fotos.
kein Schaltplan
Keine Angaben zu den Windungen pro Band.
Für welche Bänder überhaupt geeignet?

Bunkerwart hat gesagt…

Die Matcher gibt es für unter 10€ mit Geduld zu kaufen.
Drekos sind teuer?
Die sind doch bereits eingebaut und außerdem gibt es bei Ebay für 5€ passende Modelle zu kaufen!
(dann sogar welche aus DDR Produktion mit Untersetzung)
Gehäuse sind teuer?
Alte Netzwerkgehäuse,irgendwelche ausgeschlachteten Funkgerätegehäuse oder ein einfaches Brett tuns auch!
Es steht die Windungsanzahl drin und man kann keine Angaben zu der Windungsanzahl pro Band machen,weil dies fachlich unseriös wäre.
Auch hängt genau genommen die Windungszahl vom Ferritmaterial ab.
Also probieren und Messen oder berechnen ;-)
Kein Schaltplan?!
Es steht eindeutig drin,dass es sich um ein PI-Match handelt.
Dazu gibt es hunderte Schaltbilder bei google zu finden.
Es steht auch drin "für den Kurzwelleneinsatz"
Man kann keine genaue Eingrenzung treffen,weil dies immer von der verwendeten Antenne abhängt.
Alles andere ist dann auch am Ziel vorbei!
Ich poste hier keine Nachbauanleitungen,sondern es sollen Anregungen sein ;-)
Der abgebildete Matcher spielt ufb.im Bereich von 80-10m.
Weiterhin viel Spaß beim Schmökern und 73.