Montag, 18. März 2019

ICOM IC-Q7E - Probleme mit Raschelgeräuschen beim Sendebetrieb und schwankende Feldstärke beim Empfang

Der ICOM IC-Q7E ist ein sehr kompaktes QRP-UKW-Handfunkgerät mit integriertem Breitbandempfänger/Scanner (50-1300Mhz).

Bei diesen Geräten kommt es nicht selten vor, daß beim Empfangsbetrieb die Feldstärke übermäßig stark schwankt (bei Gerätebewegung) und oft eine Art Raschelgeräusch beim Sendebetrieb auftritt.
Oft werden dann unnötig Antennen getauscht oder so lang an der SMA-Antennenbuchse rumgebogen (weil mancher OM denkt, das Kontaktproblem läge an einem fehlerhaften Kontakt des Mittelpins der Antenne in der Buchse) bis diese Buchse unrettbar verfummelt ist.

Der Fehler ist in 90% der Fälle im Inneren des Gerätes zu suchen!

Zunächst muss der TRX nun geöffnet werden.


Beim Zerlegen fiel als erstes zunächst die durch ausgelaufene Batterien vollkommen oxidierte Kupferbrücke unter dem Batteriefach auf.

Im nächsten Schritt zeigte sich ein erneutes Mal, daß die Lötverbindung zwischen der SMA-Buchse, welche mit dem verzinktem Gerätechassis verschraubt ist und mittels Lötzinnbrücken das Board kontaktiert, gebrochen war.

Da das Gehäuse eh ziemlich verschlissen aussah, beschloss ich, das Gehäuse komplett zu Entkernen und Aufzuarbeiten sowie in dem Zusammenhang den Fehler zu beheben.
Da irgend ein Vorbesitzer einst Zusatzbohrungen ziemlich unsauber vor die Mikrofonöffnung ins Gehäuse "gehackt" hatte, lag der Entschluss nah, diese gleich sauberer nachzubearbeiten.


Nun waren die Bohrungen deutlich ansehnlicher und es konnte mit der Technik weiter gehen.

Hierzu wurde zunächst das Chassis im Maschinenschraubstock eingespannt und dort Drahtbrücken aus 2mm Draht rechts und links neben der SMA Buchse angelötet.
Diese werden später mit dem aufgestecktem Board verlötet.
Hierbei muss darauf geachtet werden, daß ein feiner aber sehr heizstarker Lötkolben genutzt wird, weil der Lötvorgang möglichst kurz gehalten werden muss, um Schäden am Board zu vermeiden!
Auf dem Bild ist die Markierung, auf deren Höhe ich später die Drahtbrücken angebracht am schwarzen Strich zu erkennen.


Nun konnte ich, nachdem die Gummiteile wie bspw. die PTT-Taste aufgearbeitet waren, das erste Board wieder im Gehäuse montiert werden.


Leider kann man auf den nachfolgenden Bildern sehr schlecht die dicken Drahtbrücken erkennen, die das zweite Board mit dem Chassisrahmen und somit der SMA-Buchse verbinden.
Auch muss darauf geachtet werden,daß die Masseverbindungen (gelbe Markierungen!) wieder korrekt verlötet werden!!


Als letzter technischer Schritt musste nun eine neue Verbindungsbrücke, welche unter dem Batteriefach zu finden ist, neu gemacht werden.

Hierzu fertigte ich mir zunächst eine Schablone der originalen Brücke an.
Für die Anfertigung nach originalen Maßen, pauste ich einfach den Umriss des originalen Teils ab, weil die alte Verbindung auf dem Batteriefach verklebt war.

Nachfolgend wird aus dünnem Kupferblech( 0,25mm)ein passender Streifen ausgeschnitten, die Anschlusslöcher für die Schraubendurchführung gestanzt und letztlich auf dem Batteriefach befestigt.


Nun konnte ich das Gehäuse wieder zusammen bauen und die restlichen Schönheitsarbeiten vornehmen.
Diese beschränkten sich auf das Polieren der Displayabdeckung(nach der Politur muss man mit einem Zahnstocher die Politurreste zwischen Gehäuse und Displayabdeckung entfernen!) und dem Aufarbeiten des Gehäuses mit einem speziellen silikonfreien Kunststoffpflegemittel.



Ich denke, der Transceiver sieht nun wieder vorzeigbar aus und nach den ersten QSOs wurde auch die fehlerfreie Funktion mehrfach bestätigt.

Zum Schluss noch ein Größenvergleich zweier ehemaliger Konkurenten ihrer Gerätegattung.
Das C508 von Standard war zu ungefähr der gleichen Zeit am Markt und sollte auch die QRPp-Handfunkgeräteklasse der UKW-Mini-Duoband-HfG´s bedienen.




  
 

Mittwoch, 27. Februar 2019

Kenwood TM-G707 - "Frühjahrsputz" für den betagten Dualbander

Als ich den TM-G707 in die Hand bekam,hatte er schon einige Kampfspuren im Laufe seines Daseins bekommen.


Das Gerät wurde halt artgerecht gehalten und hatte schon einiges erleben dürfen.Aber von etwas Schmutz und ein paar Gebrauchsspuren lässt man sich ja nicht abhalten.

Also los gings...
Im ersten Arbeitsabschnitt wurde das Bedienteil vom Hauptgerät getrennt.Nachfolgend mussten die Bedienknöpfe und die Gehäuserückseite entfernt werden.

Nun entnahm ich die Displayeinheit.


Jetzt gings dem Headunit an den Schmutz.
Hierzu mussten die Gehäusehälften demontiert und der Bedienteilträger entfernt werden.
Wenn dieser abgebaut ist, muss man noch die Frontplatine aus dem Bedienteilträger ausbauen.
Im letzten Schritt des "Technik-Striptease" wird noch der Gerätelüfter vom Chassis getrennt und aus seiner Halterung ausgebaut, damit auch die Lüfterhalterung wieder zu neuer Frische kommen kann.


Und kaum ist das "Kleid" des kleinen "Schmutzfink" in Protesenreiniger gereinigt worden, muss man nach dem Zusammenbau schnell feststellen, daß er wieder frisch auf seinen neuen Einsatz als Datentransceiver vorbereitet ist.

Ich denke, die Bilder sprechen für sich!
In einem späteren Beitrag werden noch Bilder online gestellt(incl.Datei für den 3D-Druck eines neuen Lüfterhalters), in dem Hinweise für den Umbau auf einen ultraleisen " Noctua NF-A4x20 FLX " - Lüfter zu finden sind.






Donnerstag, 14. Februar 2019

Hytera PD785 Akku-Eliminator - Recycling eines verschlissenen Serienakkus

In diesem Blog soll es diesmal um einen verschlissenen Serienakku eines Hytera PD785 gehen, der sehr kostengünstig zum "Akku-Eliminator" umgebaut werden kann.

Zunächst wurde der alte Akku vorsichtig mit dem Dremel geöffnet(was eine Sauerei bei dem Polycarbonatgehäuse ;) und das alte Akkupack nebst Ladeelektronik entfernt.


Nun suchte ich ein passendes Spiralkabel(Bitte auf ausreichend Kabelquerschnitt achten!!) heraus.Es handelte sich um ein Anschlusskabel einer früheren Telefon Freisprechanlage (NOS!!...hochwertiges Zeug aus den 90ern mit sehr wertigem Kabel und Stecker) . 
Um das Kabel montieren zu können, musste ein passendes Durchführungsloch im Akkugehäuse gebohrt werden.
Das Kabel wurde dann eingesetzt, mit Kabelbindern als Zugentlastung versehen und zusätzlich mit Heisskleber vergossen.


Als Spannungsquelle wurde nun ein herkömmlicher DC/DC Wandler aus chinesischer Produktion genutzt, dem ich vor dem Einbau noch einen Kühlkörper verpasste (auch wenn dieser mit 3Ampere Dauerlast und 5Ampere Spitzenlast angegeben ist...).
Diese DC/DC Wandler kosten in der E-Bucht keine 2Euro!


Nun wurden Ein-und Ausgang noch mit je zwei Ringkernen verdrosselt.
Um den Regler gegen HF-Einstrahlung etwas besser zu schützen, wurde nachdem der DC-Wandler mit Isoschlauch überzogen wurde, dann noch mit einer Schutzfolie aus Kupfer umwickelt und diese bündig verlötet.
Die Folie war einseitig mit Polyimid beschichtet, was die Isolation etwas erleichterte.
Nach mehrfachen Tests mit direkter HF-Einstrahlung war der Regler nun unauffällig.
Letztlich will man ja auf "Nummer Sicher" gehen, daß der Regler nicht wild rumregelt, wenn man später den Eliminator an einem Handfunkgerät betreibt.
Die Ausgangsspannung des DC/DC Wandlers wurde auf 8,1Volt justiert(der voll geladene Akku hat ca.8,4V Ladeschlussspannung)


Zum Schluss wurde das Gehäuse mit Pattex-Kraftkleber(transparent) verklebt.
Das sieht auf den Bildern durch die starke Blitzausleuchtung deutlich betonter bzw. hervorgehobener aus, was aber im abgetrocknetem Zustand vollkommen ok ist.


Nach dem Ablüften und Trocknen des Klebstoffs, konnte letztlich eine Funktionsprobe und ein längeres Test-QSO erfolgreich gefahren werden.


Fazit...
Minimaler Materialeinsatz,funktioniert super und über 50€ im Vergleich zum originalen Eliminatorkit gespart.