Dienstag, 23. November 2010

Koaxdipol / Bazooka Eigenbau - Monobandantenne

Nachfolgend will ich den Bau eines Koaxdipols beschreiben.
Diese Antennen haben viele interessante Vorteile.


- es wird kein Balun benötigt
- breitbandig
- kostengünstiger Aufbau
- vielseitige Aufbaumöglichkeiten
- sehr gute Mantelwellenunterdrückung
- sehr gutes SWV
- ideal für den Sendebetrieb mit 100Watt TRX


Als Nachteil gibts es 1 1/2 Nachteile ;)

-es sind Monobandantennen(wobei dies sehr eingeschränkt zu sehen ist,weil die Antenne 

durch Ihre spezielle Anpassung einen relativ großen Bereich abdeckt.d.h. Ein Band IMMER und meist mit Anpassung und gewissen Abstrichen noch etwas "mehr" ;)

-Da Koaxkabel verhältnissmäßig schwehr ist(vor allem 
im direkten Vergleich zu normalem Antennendraht)eignen sich diese Antennen eher für die "kurzen" KW-Bänder,weil bei sehr langen Spannweiten erhebliche Zugkräfte entstehen.
Für die KW Bänder bis runter auf 20m(bei der Nutzung von RG58)eignet sich diese Bauweise aber sehr gut.
Darunter sollte jeder für sich entscheiden,ob der Bau vom Materialaufwand und seiner späteren mechanischen Last sowie Stabilität vertretbar ist.


Zur Theorie.
Ein Koaxdipol ist genau genommen eine Schleifendipolantenne die aus Koaxialkabel hergestellt ist und mittels eines Kurzschlussstub´s abgestimmt wird.
Durch die Verwendung von Koaxialkabel mit 50Ohm Impedanz beträgt seine eigene Impedanz im Regelfall im jeweiligen Band fast immer 50Ohm +/- 2Ohm.



Er wird auch als Faltdipol oder Bazooka bezeichnet.
Die Richtwirkung kann man eigentlich mit einem herkömmlichen Dipol vergleichen.(siehe Grafik)


Als Material wird bei dem einfachen aber geschützen Aufbau wie unten 
dokumentiert folgendes Material benötigt.


- eine Aufputzdose
- passende Länge Koaxkabel(in dem Fall wurde RG58 genutzt)
- 1mm² Kupferlitze in passender Länge(für gewünschtes Band)
- eine SO239 (PL) Antennenbuchse
- zwei Kabelschuhe(passend für die Kupferlitze)
- passende Kabeldurchführungen(KANN,muss aber nicht sein) in dem Falle zwei  PG6
- Schrumpfschlauch und eine Lötfahne für den Masseanschluss in der  
  Anschlussdose 






Zuerst wird die Antennenbuchse eingepasst und die Lötfahne für 
den Masseanschluss der Antennenbuchse mit verschraubt.


Bei diesem Koaxdipol habe ich die Buchse auf der Rückseite des Gehäuses eingebaut,weil die Antenne 
einen "versteckten" Antennenanschluss haben sollte.
Die Antenne soll bei einem befreundeten OM unter dem Dach verschwinden,dessen Vermieter nennen wir es "nicht funkfreundlich" ist.
Deshalb wird das ganze Antennengebilde optisch als Elektroanlage auftreten und sich "verstecken" ;-)




Als nächstes können(wenn verwendet) die Kabeldurchführungen eingepasst werden.
Diese sind auch deshalb sehr vorteilhaft,
weil sie als Zugentlastung zu nutzen sind und gleichzeitig das Gehäuse wirkungsvoll abdichten.


Beim verwendeten Durchführungstyp der Firma LAPP müssen die Platikmuttern
an einer Seite etwas abgeschliffen werden,damit sie optimal ins Gehäuse passen.




Als nächstes kann das Koaxialkabel und die Kupferlitze/Kabel abgelängt werden und wird nachfolgend wie auf den Grafiken abgebildet 
angeschlossen.



Wenn die beiden Koaxkabel angeschlossen sind und an den äußeren Ende
kurzgeschlossen sind,wird dort die Litze angelötet und mit Kabelschuhen 
an den Enden versehen.


Danach ist die Antenne fertiggestellt.
Nun wird nur noch die Aufputzdose verschlossen und sie kann
aufgehangen werden.
Für die Bilder habe ich die Kabel mal gebündelt um die fertige Antenne
besser abbilden zu können.


In der nachfolgenden Tabelle können nochmals Abmaße für diese Antennen
nachgelesen werden.


Die von mir gefertigte Antenne ist ein extra berechneter Dipol für 10m.
Die Koaxkabel vom Typ RG58 haben eine Schenkellänge von je 1,82m 
und die Kupferlitze/Kabel eine Länge von je 80cm.


Bei Bedarf wird das SWR recht einfach durch verlängern oder Kürzen der Schenkel eingestellt.
Das hat den großen Vorteil,daß man das SWR auf ein Minimum einstellen
kann und man dadurch gerade bei QRP Betrieb sich die verlustreiche Anpassung
mittels eines Tuners sparen kann!






Quelle der Grafik/Tabellen: funk 4/86

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Top Blog.Die Antenna funktioniert wirklich supa.Einfach zu baun und sehr breidbandig.
Ist unter meine Dach montiert und geht in 15m bessr wie meine Verticalantenna von Cushcraft.THX from Poland

Anonym hat gesagt…

Eine sehr gute Bauanleitung.In der vergangenen Woche konnte ich diese Antenne mal nachbauen.
Ich war wirklich überrascht,wie gut sie in 18Mhz funktionierte.

Danke und 73 aus Warendorf

Anonym hat gesagt…

In wenigen Std habe ich diese Antenne für einen urlaubseinsatz gebaut(für 20m)und diese gestern ausprobiert.An meinem FT817ND funktionierte sie OHNE Tuner bei einer Montagehöhe von ca.5m mit einem SWR von (Bandmitte) 1:1,2.
Schon nach wenigen Rufen hatte ich einen regelrechten PileUp auf der QRG!!!!!
Eine schöne Bauanleitung mit serh guten Bildern.
Kann ihren Blog nur weiterempfehlen.
´73 de Martin,Hamburg

Anonym hat gesagt…

Die Bazooka-Antenne für das 17m Band wurde bei mir in V-Form unter Dach aufgehängt. Wohltuend war das "ruhige" Empfangsverhalten
dieser Antenne, nahegelegenen Störgeräusche - ein Nachteil sog. Unterdachantennen - waren weitgehendst ausgeblendet. Warum? Die Bazooka
fungiert als Faltdipol.

Besonders beeindruckend ist die Breitbandigkeit dieser Antenne: Das SWR Minimum lag bei mir bei etwa 17.030 MHz (!); somit mehr als 1 MHz unter dem
Afu-Bereich!

'150 Tage Betriebserfahrung': TRX FT890AT und IC 7000 (AT). Die vorhandenen Ant-Tuner wurden nicht aktiviert. Senderausgangsleistung max
100 Watt, Antennenzuleitung ca. 17 m. Folgende Länder habe ich inzwischen bei den momentan doch sehr bescheidenen DX-Ausbreitungsbedingungen
damit immerhin erreichen können:

4L-Georgien, 9H-Malta, 9K2-Kuwait, D4-Cape-Verde, EY-Tajikistan, FG-Guadelope, JA-Japan, K-USA, RA9-Russia (Asia), TJ-Kamerun,
sowie eine ganze Reihe weiterer DXCC's in Europa.

Betriebsart: PSK31, RTTY und auch SSB

Insgesamt bin ich mit dieser überaus preiswerten und sehr einfach aufzubauenden Antenne sehr zufrieden! Ich überlege mir, die vorhandenen Selbstbau
V-Dipole für 40m, 30m, 20m - alles ebenfalls unter Dach aufgehängt - durch Bazooka-Antennen zu ersetzen!
73 de
Markus

Anonym hat gesagt…

Ich habe sie fuer 2m gebaut und da dies eine Blitzendscheidung war und ich zu dieser Zeit kein RG 58 hatte habe ich sie mit RG 6 75 Ohm gebaut.
Ich bin deutscher und lebe in den USA wo das 2m Band etwas breiter ist bis 148.995 MHZ.
Inorm was das kleine Teil bringt.
Mit 25 watt von Tennessee bis Alaska und mit 125 Watt bis Australien kein Problem. Auf einem Kenwood TR7930 2m Trasveiver.

Weiter so 73 Uwe

Anonym hat gesagt…

Hallo zusammen
Ich habe mir diese Antenne für das 40 Meter Band gebaut aus reiner neugierde.
Was soll ich sagen bombastisches Signal ,super rapporte,bin sowas von Überrascht das ich sie mir wohl fest installiere.
Also danke für die Anleitung

73 de DL3GC

Nail KLisura hat gesagt…

Top bauleitung. Ich habe 2m band antenne gebaut und swr ist 1:1,2, was mich noch wundert, antenne funktioniert auf 70cm mit 1:1,3 swr obwohl steht das diese antenne sollte monoband sein.
oe1nkc
73

Anonym hat gesagt…

Moin,
hatte mir schon Nachbauten für 10m und 20m angefertigt. Ursprünglich für den portabel Einsatz. Mir gefiel die einfache Bauweise und die doch beachtlichen Erfolge die ich mit den Antennen hatte, sodass ich mir gleich weitere angefertigt habe und fest auf dem Dachboden installiert habe. Zwischenzeitlich habe ich viele Europäische Stationen gearbeitet und auch über den großen Teich bin ich gekommen (6000 km) mit unter 80 Watt. Deine Website ist mittlerweile ein fester Bestandteil meines Internetrundgangs .. Gd dx 73 de André

Anonym hat gesagt…

Aloha,
habe vorm Wochenende diese Antenne fürs 15m-Band gebaut und heute getestet. Swr von 21-21.500Mhz bei 1:1
Bei mir hängt die Antenne als Inverted V unterm Dach in ca 15m Höhe und habe Brasilien,Israel, Kuwait und Spanien gearbeitet. Innerhalb 3 Stunden!

73 de DO1IAG - Andy

Unknown hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
frank wahlster hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
frank wahlster hat gesagt…

Moin! Wäre RG174 zum Nachbau des Schleifendipols für die Mittenfrequenz 7.050 MHz denkbar? Die 58er Variante ist mir "zu schwer". Soll mit QRP SSB TRX mit ins Urlaubsgepäck.

vy 73 - Frank

Bunkerwart hat gesagt…

Hallo Frank


Ja klar geht auch der Nachbau mit RG174.
Kontrolliere Bitte,ob RG174 den gleichen Verkürzungsfaktor hat!
(müsste aber auch 0,667 sein)


Viel Spaß bei unserem schönen Hobby und viele schöne QSOs
73,de Bunkerwart

Anonym hat gesagt…

Meine Grüße an den Bunkerwart !
Erst einmal vielen Dank für all die tollen Projekte die Du hier vorstellst - es sind doch immer wieder Anregungen dabei die mich dann auch wieder zum Lötkolben greifen lassen ...
Speziell jetzt zur Bazooka für 20m : Da auch ich mir jetzt eine derartige Antenne testweise zulegen möchte , habe ich mir etliche Veröffentlichungen dazu angesehen .
Dabei ist mir aufgefallen , daß Deine Version kürzer ist als die zum Beispiel aus dem "Bazooka - Rechner" herauskommt. Hast Du eine Idee warum ?
Danke im Voraus
DC5LBG

Jan hat gesagt…

Danke Bunkerwart!

Hab mir die Antenne für 10m gebaut. Mein RG213 Kabel ist recht alt und wiederspenstig. Das hat die Sache nicht einfach gemacht! Ehrlich gesagt war ich kurz davor es in Müll zu Schmeißen.
Naja... Nun aber hab ein SWR von 1,4. Ich denke damit kann ich Leben.

Das mit der Litze am Ende hab ich nicht ganz verstanden... Scheint ja aber zu Funktionieren.

Der Test erfolgte bis jetzt nur in 1m Höhe, ich hoffe das Sie auf dem Dachboden immer noh gut spielt.

Jemand Erfahrung damit?!

Danke dennoch für die super ANleitung!!!